Was ist Spannbeton ?Wissenswertes für Laien (und das sind die Meisten) Problem:Beton hat zwar eine gute Druckfestigkeit aber nahezu keine Festigkeit auf Zugbeanspruchung. Lösung:Damit sein Blumenkübel besser zusammenhält, kam deshalb schon im Jahre 1849 ein französischer Gärtner namens Monier auf die Idee, Eisendrähte in den Beton einzubringen. Monier erhielt in Folge dieser Idee später einige Patente und man sprach auch im abgelaufenen Jahrhundert noch lange Zeit von Monier-Eisen. Heutzutage baut man in nahezu jedes Beton-Bauteil eine ganze Menge Stahl ein, damit es den bekannten Belastungen (insbesondere im Zusammenhang mit Biegung auftretende Zugspannungen und Scherung) standhält. Man spricht dann von Stahlbeton mit schlaffer Bewehrung. Trotzdem bleibt einsichtig, dass wenn der spröde Beton gedehnt wird, sich gerne Risse bilden. moderne Lösung:Man baut in den Beton Stahldrähte oder Stahllitzen ein, welche gespannt, d.h. wie eine Feder elastisch gedehnt sind. Dadurch wird der spröde Beton dort zusammengepresst, wo in der Anwendung später Zugbelastungen zu erwarten sind. Man sagt dann der Beton ist vorgespannt ...... ...... und das ist dann Spannbeton. Spannbeton (Definition):Beton, der mit Hilfe von gespannten Stahldrahteinlagen im unbelasteten Zustand vorgespannt wird, um die durch spätere Lasten, Temperatureinwirkungen usw. entstehenden Zugkräfte mehr oder weniger zu kompensieren. Als Spannstähle kommen beste Stahlsorten zum Einsatz, welche dann im gespannten Zustand ca. 0,5% gedehnt sind. Das sind immerhin 5mm je 1 Meter Länge oder 10 cm bei einem 20 Meter langen Bauteil ! Es ist einleuchtend, dass der Beton nun viel größere Belastungen auf
Biegung erträgt, als wenn der Stahl einfach so schlaff darin einbetoniert
ist. Deshalb kommt man beim Spannbeton mit wesentlich weniger Stahl zu
besonders schlanken und belastungsfähigen Bauwerken. weiteres zum Thema: zum Sprachgebrauch:Der Fachmann möge mir verzeihen, dass der Laie da einige Logik erst finden muss: Indem man die Drähte spannt, erzeugt man eine Pressung im Beton. Das Gerät, mit dem man die Drähte spannt, ist also ein Spannpresse ! Dennoch hat man als Ergebnis "vorgespannten Beton"
(=Spannbeton), weil sich ja gespannte Drähte in ihm drin befinden, welche
dem Beton eine Vorspannung verpassen. In diesem Kontext meint man
eigentlich eine negative Spannung = Druck = Pressung. Das gilt auch
dann, wenn man den Beton nicht mit einem Vorspann-Verfahren, sondern mit
einem Nachspann-Verfahren vorgespannt hat. Soweit alles klar ? Vorspann-Technik:heute: Vorspannung mit sofortigem Verbund. (unter
sofort versteht man dabei eine Größenordnung von 24h, solange der Beton
härtet) Der Spannstahl wird gespannt, bevor
das Betonteil erzeugt wird. Nachspann-Technik:heute: Vorspannung mit nachträglichem
Verbund. Der Spannstahl wird gespannt, nachdem
das Betonteil erzeugt wurde und erhärtet ist. und heute: Spannverfahren ohne Verbund. Auch das ist Spannen nach dem Erhärten des Betons, d.h. Nachspann-Technik. Hierbei wird ebenfalls gegen das Bauteil als Widerlager gespannt, Die Spannkraft wird aber ausschließlich über die Verankerung an den Enden der Bauteile in den Beton gedrückt. Korrosionsschutz und/oder Wartung müssen durch weitere Maßnahmen gewährleistet werden. |
Autor: Werner Paul c/o Paul Maschinenfabrik, Dürmentingen, Germany