| In Holzbearbeitungsmaschinen, welche im Durchlauf-Verfahren
arbeiten, sind Kettenbänder für den Vorschub relativ weit verbreitet. Es
scheint einleuchtend und ist mit Einschränkungen auch richtig, dass damit
die Geradführung der Werkstücke präziser ist, als mit Walzen.
Traditionell findet man Kettenbänder
- im Doppelendprofiler und zur Kantenbearbeitung (schmal)
- in vielen Mehrblattsägen zur Längsaufteilung (breit)
und den Walzenvorschub
- im Doppelsäumer
- am Gatter
- in Hobelmaschinen und Kehlmaschinen
- in Kappanlagen
- in Mehrblattsägen des Fabrikats Paul (bis 3000mm breit)
Das Kettenband hat leider gravierende Nachteile:
- Die Kette hat eine Vielzahl von Gelenken. Jedes Gelenk unterliegt
natürlichem Verschleiß. Verschleiß-mindernde Wälzlager sind im eng
zu haltenden Volumen der Kette nicht unterzubringen.
- Die Kette läuft zwingend auf einer linear angeordneten
Gleitführung, welche ebenfalls im Vergleich zu Wälzlagern üppig
dimensioniert und damit teuer sein muss.
- Die Umlenkung der Kette unter den Werkzeugen und am Einlauf und
Auslauf der Kette bildet zusätzliche Verschleiß-Stellen.
- Die Kette benötigt wegen oben genannter Reibungspunkte einen sehr
stark dimensionierten Vorschub-Antrieb.
- Der Vorschub-Antrieb benötigt aufwendige Getriebe, weil treibende
Antriebsräder synchron zu den ziehenden Rädern die Kette treiben
müssen.
- Der Antrieb der relativ grob-gliedrigen Kette erfolgt über
ein Zahnrad, welches im Prinzip ein mehr oder weniger grobes
Vieleck ist. Dadurch pulsieren sowohl Geschwindigkeit als auch Höhe
der Kette in einer Grössenordnung von 20-50 mal/Sekunde !
Dieser Effekt ist nur durch sehr grosse Durchmesser der
Antriebs-Räder reduzierbar (polygon.xls).
- Dennoch nehmen aber die Fliehkräfte der schweren Kette bei hohem
Vorschub quadratisch zur Geschwindigkeit zu.
- Sägemehl fällt zwingend wegen der oben angeordneten Sägewelle in
die ohnehin schon problematische Kettenstruktur.
- Eine Späne-Entsorgung nach unten ist nicht realisierbar.
- Beim Gleichlaufsägen von oben treten die Späne aber vorzugsweise
nach unten aus dem Werkzeug aus. Dadurch hat der Kettenvorschub einen
zusätzlichen Nachteil, weil fast zwingend im Gegenlauf geschnitten
werden muss und somit die Vorteile des Gleichlauf-Sägens nicht
genutzt werden können.
Fazit:
Der Kettenband-Vorschub ist eine hohe Investition in ein sehr teures
Verschleissteil.
Der Walzenvorschub
hat keinen einzigen der o.g. Nachteile, es sei denn, dass er meist
ebenfalls durch eine handelsübliche und preisgünstige Standard-Kette
angetrieben wird, durch feinere Zahnteilung und geringes Gewicht aber den
Polygoneffekt minimiert.
Einziges Problem des Walzenvorschubs ist nach jahrzehntelanger
Erfahrung das sogen. "seitliche Verlaufen" des Werkstücks bei
ungünstiger Beschaffenheit desselben:
Insbesondere beim Einschnitt von Weichholz mit hohen Leistungen mittels
Gatter oder Bandsäge erhält die Oberflächen-Struktur von Schnittholz
eine "seitliche Richtung". Der hohe spezifische Druck von Walzen
in der Längskreissäge bewirkt dann ein seitliches "Wegdriften"
(im extremsten Fall 3mm/m) des Werkstücks während der Durchlaufs durch
die Längskreissäge.
Dieses Problem hat der Kettenband-Vorschub nicht.
Dieser Effekt verschwindet aber auch beim Walzenvorschub mit
zunehmender Härte und Oberflächengüte der Werkstücke wie z.B.
gehobeltem Hartholz oder Spanplatten restlos.
Krummschnitt:
Den gibt es leider häufig bei jeder Maschinengattung, weil Holz und
sogar fast "tote" Werkstoffe wie Spanplatten und MDF
oftmals Eigenspannungen haben. Dagegen kann keine Maschine etwas
ausrichten. Teilweise sind allerdings auch mangelhafte
Mechanisierungseinrichtungen oder deren Montage für Krummschnitt
verantwortlich. Solche Mängel in Mechanisierungsumfeld
"verzeiht" der Kettenbandvorschub besser, als der
Walzenvorschub.
Schnitt-Qualität (Oberfläche):
Die Oberflächengüte eines Kreissägen-Schnittes ist bei gut gebauten
Maschinen sehr stark vom Werkzeug und vom Werkstück und nicht vom
Vorschub-System abhängig. |