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Wut und Widerstand | ||
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| Sie hören die Stimme eines mittelständischen
deutschen Unternehmens. Das Unternehmen wurde vor 80 Jahren gegründet
und beschäftigt heute 270 Mitarbeiter. Seit mehr als 15 Jahren (nach
Inkrafttreten der europäischen Maschinenrichtlinie) produzieren wir
gesetzwidrige europäische Maschinen. Im gleichen Zeitraum hat sich unser Inlandsgeschäft auf ca. die Hälfte reduziert, so dass der Exportanteil nun über 80% beträgt. Dennoch erhielten wir vor 3 Jahren die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden Württemberg. Das Verhältnis zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern ist als sehr gut zu bezeichnen. Das Unternehmen geniesst sowohl im unmittelbaren gesellschaftlichen Umfeld, als auch bei den internationalen Kunden eine sehr gute Reputation. |
Das Problem ist nur, dass dem geschäftsführenden
Gesellschafter die Dressur des Staatsapparates nun zu dumm wird und er deshalb androht, seinen Job und sein Unternehmen an den Nagel zu hängen, wenn nicht von der Politik schleunigst neue Zeichen gesetzt werden.
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| Das Abstimmungsverhalten bei diesem Gesetz hindert
mich definitiv daran, zur Wahlurne zu gehen. Ich erkläre hiermit, dass
ich keine Partei wählen werde, welche sich nicht von dieser unnötigen
Gesetzesänderung distanziert und verspricht, sie wieder rückgängig zu
machen. In einer Zeit, in der ganz Deutschland von Bürokratieabbau redet, hat so etwas gerade noch gefehlt! Nicht genug, dass die Unternehmen ohnehin schon seit Jahrzehnten vom Staat zum Eintreiben von Steuern und Sozialabgaben missbraucht werden. Nun müssen sie die Sozialabgaben schon vor der Lohnabrechnung, also bevor sie die Höhe kennen, abführen. Das übertrumpft noch den Schwachsinn, den wir zuvor schon dulden mussten und man fragt sich erneut, ob die Politik überhaupt noch zu sinnvollem denken und entscheiden in der Lage ist, oder ob es nur noch um sinnlose Diktate geht. Der finanzielle Effekt dieser neuen Vorschrift ist denkbar gering, weil die Einnahmen der Sozialkassen nicht steigen, sondern lediglich um ca. 18 Tage früher erfolgen. Gespart wird dadurch ohnehin nichts, sondern im Gegenteil: Kassen und Unternehmen müssen die Bürokratie erneut aufblasen, und mit politischer Kosmetik Löcher in den Kassen stopfen. *) Das nächste Diktat dürfte darin bestehen, dass auch die Lohnsteuer schon abgeführt werden muss, bevor ihre Höhe bekannt ist. |
Unser Unternehmen wird deshalb zunächst als
vorauseilendes Signal die Einzugsermächtigungen für die Kassen
widerrufen. Sodann werden wir, falls das Gesetz dann im Januar 2006
immer noch in der neuen Fassung besteht, die vorgezogene Zahlung
verweigern und weiterhin, wie bisher, die Beiträge bis zum 15ten des
Folgemonats abführen.
*) Genauer gesagt kostet und bringt die
Massnahme ziemlich genau soviel an Zins, wie eine Erhöhung des
RV-Beitrags von |
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Begründungen: |
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So wie sich die Staatsherrschaft mittlerweile aufführt, kann man ihr m.E. nur noch mit Boykott unter Einsatz der eigenen Möglichkeiten an Macht begegnen. Jeder, der mich kennt, wird wissen, dass das nicht meinem Naturell entspricht. Aber auf die sachliche Kritik aus Volk, Presse, Literatur, diversen Organisationen und aus seinen eigenen Reihen reagiert der Staatsapparat jedoch mit immer mehr neuen und immer noch massloseren Gesetzen. Meine nach und nach entstandene Wut ist Vorraussetzung um den notwendigen Widerstand gegen masslose Staatsmassnahmen zu leisten. Das Wort Demo-Kratie hat zwei wesentliche Bestandteile. Offensichtlich hat mittlerweile der zweite ein unerträgliches Übergewicht bekommen.
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Wenn es so weiter geht, so bekommen wir demnächst
auch noch gesetzliche Grenzwerte für unseren Blutdruck, Cholesterin und
das Körpergewicht vorgeschrieben, weil irgendwelche oberschlauen
Wissenschaftler aus noch schlaueren Statistiken deren Gefährlichkeit
glauben beweisen zu können. Die Vorbereitungsarbeiten dazu laufen bereits auf Hochtouren. Ulla Schmidt hatte bereits ein sogenanntes Präventionsgesetz als Vorstufe auf dem Tisch. Die Union schlägt in ähnliche Kerben um uns fürsorglich vor den Folgen unseres eigenen Unwissens zu bewahren. Brauchen Deutschlands Bürger und Unternehmen eigentlich unbedingt ein schlechtes Gewissen? Hat schon irgend jemand versucht, den damit verbundenen psychosozialen Stress zu bewerten? |
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| Allein schon die Krankenkassen beschäftigen
einige aktuelle Gesetzesvorhaben und die damit verbundene Verteilung von
gesetzlich verordneter Abzocke an diverse vorhandene und noch zu
gründende Organisationen. So sollte z.B. das bisherige „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte" in eine eigenständige „Deutsche Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur" umgegründet werden, mit dem Ergebnis, dass diese dann von den tangierten Herstellern bezahlt werden muss. Ich bin gespannt, ob eine neue Regierung dieser Verlockung widerstehen kann. Dazu kommen die 14. (!) Novelle zum Arzneimittelgesetz, Änderungen im Heilmittelwerbegesetz, das Informationsfreiheitsgesetz, gesetzliche Regelung der Patientenverfügung, Reform der Pflegeversicherung, und die gesetzliche (!) Regelung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. |
Brauchen wir das alles, was die meisten kaum
kennen? Brauchen wir nicht vielmehr eine Akzeptanz individuell
aushandelbarer Freiheits-Spielräume und eine grundlegende Reform
des gesamten in sich höchst kranken Krankenversicherungs-Systems? Vom
Staat wird statt dessen an allen Ecken und Enden mit immer noch mehr
Gesetzen ineffizient herumgeschustert! Das was man in jüngerer Zeit schon veranstaltet hat, wie z.B. die Umverteilung von 0,45% zu Gunsten der Arbeitgeber und zu Lasten der Arbeitnehmer und zuvor die zusätzlichen 0,25% Pflegeversicherung für Kinderlose und die 10EUR-Pauschalen waren sinnloser und kostspieliger Aktionismus mit weiterer Zunahme der Bürokratie ohne jede grundlegende Reform. |
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| Die sozialen
Sicherungssysteme sind allerdings nur ein Bruchteil staatlicher Dressur.
Es gibt auch grosse Spielwiesen im Steuerrecht, Schuldrecht,
Umweltrecht, Baurecht, Arbeitsrecht usw. Hier tummeln sich Legislative,
Judikative und Exekutive gleichermassen ungeniert und undifferenziert. Nachsicht bekommt gelegentlich noch der sozial Schwache oder der Leistungsempfänger. Wer Leistungen erbringen kann und will, findet kaum noch Gnade vor dem sogenannten Recht. Wenn Gesetze nicht reichen, so ergänzt man sie durch Verordnungen. Ungeahnte Dressur-Möglichkeiten bot und bietet auch das Strassenverkehrsrecht, da man hier ausser Geld noch eine ganz erhebliche zusätzliche Zahl von messbaren Grössen hat, wie z.B. die Dauer eines Rotlichts in Sekunden, den Abstand in Metern, die Geschwindigkeit in Kilometern pro Stunde, den Blutalkohol in Promille, und den Schadstoff-Ausstoss in diversen Einheiten. Noch mehr messbare und mit gesetzlichen Grenzwerten belegbare Grössen gibt es nur noch in der Technik mit all ihren mittlerweile nicht mehr freiwilligen sondern gesetzlich verordneten Regeln. |
Ausserdem
wartet noch die EU mit 700 neuen Richtlinienvorschlägen auf,
zusätzlich zu dem, was sie schon alles geleistet hat (wie z.B. die Maschinenrichtlinie mit ihren Folgenormen).
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Schlussworte: |
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Ich fordere hiermit jeden couragierten Bürger und Unternehmer auf, mit einem angemessenen Mass an Wut, dennoch gewaltlos aber mit den ihm zur Verfügung stehenden anderen Mitteln seiner Macht, gegen die Herrschaft des Staatsapparates Widerstand zu leisten, soweit er es sich wirtschaftlich halbwegs leisten kann, und zwar umso mehr, je unsinniger die Vorschriften sind. Dieses Schreiben ist eine Anklage, die keinen Richter findet, weil sie sich gegen ein Staatsgebilde namens Demokratie wendet. Da eine Regierung vom Volk gewählt werden muss und darf, kann es sich gegen diese Wahl nicht wehren, auch wenn eine generelle Staatsverdrossenheit unverkennbar ist. Es entsteht in allen Rechtsbereichen kaum mehr der Anschein, dass sich die staatlichen Organe noch grosse Gedanken darüber machen, ob sie bei ihren Entscheidungen einen breiten Konsens bei ihren Auftraggebern, den Bürgern, finden, sondern eher darüber, wie sie ihre Position im rechtlichen Dschungel behalten oder ausbauen können. |
Früher hatte
ich den Begriff Demokratie mit freiheitlicher Staatsordnung
gleichgesetzt. Erst in den letzten zwei Dekaden habe ich zunehmend
gelernt, dass das Wort den Begriff „Herrschaft" beinhaltet und
dass dieser nun vorherrscht. Der moderne Staat hat gelernt, wie er einen permanenten Ausbau seiner Herrschaft hervorragend mit „Fürsorgepflicht" begründen kann, auch dann, wenn er hierfür vom Wähler keinen Auftrag bekam. Mein Wille und mein Aufruf zum Widerstand gegen das gegenständliche „Rentenentlastungsgesetz" ist selbstverständlich, wie schon aus den „Begründungen" ersichtlich, nicht die wichtigste Grösse im politischen Geschehen. Ich glaube jedoch, dass es mittlerweile notwendig geworden ist, der Staatsmacht exemplarisch zu zeigen, dass sie von ihrem bisher geübten Aktionismus in Form von immer mehr Bürokratie und Diktat Abstand zu nehmen hat. Hierfür erscheint mir der Widerstand in diesem Einzelfall ein zunächst noch relativ mildes Mittel. Andere Unternehmen ergriffen schon drastischere Mittel und flüchteten ins Ausland. |
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gez. 30.7.2005 Werner
Paul |
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| Wie es vorläufig konstruktiv weiter gehen könnte, lesen Sie unter: Die Zweite Aktion ... | ||